Ein fünftägiger Co-Creation-Sprint mit dem Deutschen Roten Kreuz, aus dem realtalk.help wurde — anonyme Hilfe unter Gleichaltrigen als niedrigschwelliger erster Schritt zur Schulsozialarbeit, bundesweit ausgerollt.
Schulsozialarbeit hilft — aber sie erreicht viele junge Menschen nicht. Scham, hohe Hürden und fehlende Anonymität halten genau die zurück, die Unterstützung am dringendsten brauchen. Wie macht man Hilfe radikal erreichbar — anonym, niedrigschwellig und vertrauenswürdig?
… Schulsozialarbeit radikal erreichbar machen — ohne die Aufsichtspflicht des Roten Kreuzes zu verletzen?
In einem fünftägigen Sprint mit Schülerinnen und Schülern, Sozialarbeitenden und Fachleuten haben wir die tatsächlichen Hürden kartiert und „real talk" gebaut: anonyme Hilfe unter Gleichaltrigen, im Hintergrund abgesichert durch Fachkräfte des Roten Kreuzes — in der Sprache junger Menschen.
Leitgedanke: Anonymität als Gestaltungsprinzip. Ein geführter Ablauf, der sich bei jedem Schritt das nächste kleine „Ja" verdient.
Gemeinsam verstehen, Ideen entwickeln und entscheiden — Schülerinnen und Schüler, Sozialarbeitende und Fachleute in einem Raum.
Einen realistischen Prototyp der gewählten Lösung bauen.
Mit jungen Menschen testen — echtes Feedback vor der Umsetzung.
Wir haben die rohen Stimmen aus dem Sprint zu Themen geclustert und dann beide Gruppen per Klebepunkt abstimmen lassen, was am meisten zählt — jede teilnehmende Person mit derselben Anzahl Punkte. Es folgte eine zweite Runde mit je drei weiteren Stimmen, um die endgültige Priorität zu klären. Die Zahlen unten fassen beide Runden zusammen, deshalb kommen die Gruppen nicht auf dieselbe Summe. Wo junge Erwachsene und DRK-Sozialarbeitende auseinanderlagen, wurde der Unterschied selbst zum Gestaltungshinweis.
Ein Point of View ist eine klare, knappe Problemstellung. Er verbindet den Nutzer, sein konkretes Bedürfnis und eine überraschende Erkenntnis aus der Forschung — und hält den gesamten Designprozess darauf ausgerichtet, das richtige Problem zu lösen.

Drei Problemstellungen — priorisiert
… jungen Menschen ermöglichen, sich völlig anonym zu melden, damit Scham den ersten Schritt nie blockiert?
… die Hürde zur ersten Kontaktaufnahme senken, damit um Hilfe zu bitten mühelos wirkt?
… Schülerinnen und Schüler einander unterstützen lassen — auf Augenhöhe, in ihrer eigenen Sprache?

Ideen, jedem Kontaktpunkt der Health Journey zugeordnet — für Details das Vollbild öffnen.




Aus dem 10-Tage-Sprint wurde ein bundesweit genutztes Angebot: anonym erreichbar, von echten Fachkräften getragen und in der Sprache junger Menschen. Aus einem Prototyp wurde eine echte Anlaufstelle.
realtalk.help ist für und mit dem Deutschen Roten Kreuz entstanden. Im Mittelpunkt: Anonymität, Vertrauen unter Gleichaltrigen und ein Ablauf, der sich jeden nächsten Schritt verdient.

„Eine Entscheidung pro Screen hat alles verändert. In dem Moment, in dem wir aufhörten, alles auf einmal zu fragen, fingen junge Menschen an zu reden — anonym, aber echt."