Tabby-Prototyp: Dashboard für das Office Management
Produktmanager-Ausbildung · Produkt-Case

Agentic Commerce für die Planung von Geschäftsreisen

Vom Interview mit der Office-Managerin über Nutzertest, Business Model Canvas und User Story Map bis zum klickbaren Prototyp: wie aus einem Reise-Tool für das Office Management ein zweiseitiger Marktplatz wurde, der Nachfrage und Preisrisiko bündelt.

Rolle · Product Manager (Zweierteam mit Yannik Munter) Rahmen · IHK-Weiterbildung Digital Innovation & Product Manager Zeitraum · 2026, Abschlusspräsentation 13.07.2026 Methoden · Interviews · Persona · Skizzieren & Entscheiden · Nutzertest · BMC · Business Case · User Story Map Tools · Figma · HTML-Prototyp · KI (Konzeption & Build)

Die Ausgangslage

Die Aufgabe der Abschlussprüfung: Wir sind Produktmanager in einem Reiseunternehmen, das die Digitalisierung von Geschäftsreisen mit einem neuen, nachhaltigen Produkt vorantreiben will.

Erste Recherchen zeigten echten Bedarf, vor allem bei einer Gruppe: den Office-Managerinnen. Sie planen Reisen für andere, stimmen Budgets mit der Geschäftsführung ab und sammeln hinterher die Belege ein. Aus Interviews mit dieser Zielgruppe entstanden erste Problemstellungen aus Kundensicht und eine Persona als Stellvertreterin.

Produktvision in zwei Jahren

Vollautomatische Buchung und Abrechnung von Geschäftsreisen durch KI-Agenten: der Mensch entscheidet, statt zu verwalten.

Meine Rolle

Gemeinsam mit Yannik Munter habe ich das Produkt (in der Prüfung noch „TripDesk“, heute Tabby) über den ganzen Konzeptprozess entwickelt: Problemauswahl, Lösungsskizzen, Storyboard, Prototyp und Nutzertest, danach Geschäftsmodell, Business Case und die User Story Map für den MVP.

Nach der Prüfung habe ich den Case allein weitergetrieben: Die Zahlen des Business Case haben eine andere Frage aufgeworfen als die, mit der wir gestartet waren. Daraus entstand das Marktplatz-Modell, das der Prototyp auf tabby.peter-spiegel.com zeigt. Konzept und Prototyp habe ich mit KI gebaut.

Konzept-Hypothese

Wie können wir die Reiseplanung und Buchhaltung für die Office-Managerin so effizient gestalten, dass das Unternehmen Ressourcen spart?

01

Verstehen: welches Problem lösen wir?

Wir haben agil und kundenzentriert gearbeitet statt nach Wasserfall oder Stage-Gate: Echte Bedürfnisse sollten früh einfließen und Fehler früh durch Tests auffallen. Die Konzeptentwicklung lief in drei Phasen: Verstehen, Skizzieren, Entscheiden. Am Ende jeder Phase stand ein klares Ergebnis.

Drei Phasen der Konzeptentwicklung: Verstehen, Skizzieren, Entscheiden, mit Methoden und Ergebnissen je Phase
Testkunden

Frühe Validierung

Office-Managerinnen aus der Zielgruppe prüfen das Konzept am Prototyp.

Experten

Mindestens fünf Perspektiven

Finanzen, Marketing, Kunden, Technik und Design, damit Erwünschtheit, Machbarkeit und Rentabilität zusammen bewertet werden.

Entscheider & Moderation

Klare Verantwortung

Der Entscheider trifft die kritischen Entscheidungen (sechs Super-Stimmen), die Moderation hält das Team auf Kurs.

Leitfragen

Die Fragen, die das Problem geschärft haben.

Aus den Interviews kamen drei Kernprobleme der Office-Managerin: hoher Zeitaufwand, hohe Aufgabendichte und hohe Reise- und Hotelkosten. Bevor wir Lösungen gesucht haben, haben wir das Problem hinterfragt und die Fragen als Wie-können-wir-Notizen (WKW) priorisiert.

Warum?

Warum existiert dieses Problem überhaupt im Unternehmen?

Reisen werden über viele Portale zusammengesucht, Freigaben laufen per Mail und Belege kommen erst nach der Reise, oft unvollständig.

WKW · ★★★

Wie können wir die Reiseplanung und Buchhaltung für die Office-Managerin effizient gestalten?

Höchste Priorität: daraus wurde die Konzept-Hypothese.

WKW · ★★

Wie können wir Freigaben und Budgets so transparent machen, dass niemand nachfragen muss?

Wurde zum Freigabe-Flow für die Geschäftsführung.

WKW · ★

Wie können wir Belege und Abrechnung ohne manuellen Aufwand erfassen?

Wurde zum Beleg-Scan mit automatischer Zuordnung.

Verstehen-Phase: langfristige Zielsetzung, Auswahl der Problemstellung mit Sternbewertung, Einkreisen, WKW-Notizen und Konzept-Hypothese
02

Skizzieren & Entscheiden

Wir haben Best Practices aus Reise- und Expense-Apps gesammelt, Lösungsideen skizziert und per Punkte-Voting drei Lösungskomponenten favorisiert. Diese drei trugen den Prototyp:

Komponente 1

Beleg-Scan per Handy

Reisende fotografieren Belege noch während der Reise, statt sie hinterher zu sammeln.

Komponente 2

Automatische Zuordnung

Ort und Zeitraum ordnen jeden Beleg automatisch der richtigen Reise zu.

Komponente 3

Compliance & Budget

Jede Reise wird automatisch gegen Policy und Budget geprüft, mit Ampelsignal.

Skizzieren: Inspiration über Best Practices, favorisierte Lösungsideen als Haftzettel und erste Scribbles mit Flussdiagramm

Im Entscheiden haben wir die Siegerlösung isoliert (von der Kunstgalerie über die Heatmap) und in ein Storyboard übersetzt: Der CEO bespricht die anstehenden Firmenreisen mit der Office-Managerin. Sie ist mit ihren Aufgaben am Limit, googelt nach einem Tool, findet unser Produkt, registriert sich mit ihrer Firmenadresse, lädt den CEO ein und bindet im Onboarding alle Mitarbeitenden ein.

Entscheiden: isolierte Siegerlösung als Heatmap und vierteiliges Storyboard von der Suche bis zum Onboarding
03

Nutzertest: was die Office-Managerinnen sagten

Testaufbau
  • Testpersonen aus der Zielgruppe arbeiten am Prototyp
  • Aufgabenbasiert, mit offenen Fragen und lautem Denken
  • Jede Beobachtung kommt auf einen eigenen Haftzettel: I like · I wish · I wonder · What if
  • Danach thematisch gebündelt, Top 3 je Kategorie, Muster ab zwei Personen
Testaufgaben
  • Aufgabe 1: Buchen Sie die günstigste Reise für eine Gruppe von fünf Mitarbeitenden zu einem Messebesuch.
  • Aufgabe 2: Finden Sie die aktuelle Geschäftsreise, die über dem geplanten Budget liegt.
  • Aufgabe 3: Buchen Sie Flüge und Hotels im Frühbuchungszeitraum, um Kosten zu sparen.
Haftzettel
213

Einzelbeobachtungen aus den Tests, in acht Themen gebündelt

Größtes Thema
41

Informationsdichte, Layout & Filter

Zweitgrößtes
34

Rollen, Perspektiven & Berechtigungen

Drittgrößtes
31

Einstieg, Statistik, KI & Benachrichtigungen

Erkenntnisse aus den Kundeninterviews: acht Themen mit 41, 34, 31, 25, 24, 21, 19 und 18 Haftzetteln
Top 3 der Erkenntnisse je Kategorie I like, I wish, I wonder, What if
1

Ampel-Signale wirken

„Ampelsystem super“: die häufigste positive Nennung bei beiden Testpersonen. Handlungsbedarf war sofort erkennbar, ebenso das übersichtliche Dashboard und der Beleg-Scan.

Empfehlung: beibehalten und konsequent koppeln, damit jedes Signal direkt zur Lösung führt.

2

Wer darf was?

Die meisten offenen Fragen: Wer bucht für wen, wer gibt frei, was darf die Office-Managerin? Belege wirkten wie die Ansicht der Reisenden, die Perspektiven waren vermischt.

Empfehlung: ein explizites Rollen- und Rechtemodell, ein sichtbarer Freigabe-Flow und ein Self-Service-Bereich für Reisende.

3

Zu viel auf einen Blick

„Zu viel auf den ersten Blick“: Der Einstiegsscreen war überfrachtet und rollenspezifische Filter fehlten. Dazu kamen Fragen zu Firmenkreditkarte und Datenschutz.

Empfehlung: den Einstieg entschlacken und rollenspezifisch filtern, aktive Buchungen nach oben, Bonus und Kreditkarte trennen.

Muster und Handlungsempfehlungen: Ampel-Signale, vertrauter Einstieg und Beleg-Scan, CO2 sichtbar, Wer darf was, Zu viel auf einen Blick
Gesamtergebnis des Nutzertests
Effektiver Misserfolg

Der Prototyp funktioniert nicht, liefert aber wesentliche Erkenntnisse.

Fehlerhafter Erfolg ✓

Einige Ideen erfüllen die Bedürfnisse, andere nicht. Also verbessern und in einer weiteren Iteration erneut testen.

Epischer Sieg

Das Konzept erfüllt die Kundenbedürfnisse voll.

04

Geschäftsmodell & Business Case

Das Wertversprechen im Business Model Canvas folgt direkt aus dem Testfeedback: eine Web- und Mobile-Anwendung, mit der Unternehmen (konkret Office Management und Reisende) Geschäftsreisen zeit- und kosteneffizient planen und in der App abrechnen. Ressourcen sparen, KI-Belegerfassung, Übersicht, Archiv & Compliance, CO₂-Transparenz und eine Mobile Wallet ohne Download.

Business Model Canvas mit Schlüsselpartnern, Aktivitäten, Ressourcen, Wertangebot, Kundenbeziehungen, Kanälen, Segmenten, Kosten und Einnahmequellen

Markt: Deutschland als Basis

TAM
1,27 Bio. €

Umsatz mit Geschäftsreisen 2025 weltweit, auf Rekordniveau wie vor Corona (2019)

SAM
116,1 Mio.

Geschäftsreisen 2025 in Deutschland, mit 48,6 Mrd. € Umsatz

SOM · Jahr 1
18.000

Buchungen und 1.800 Abonnements im Business Case

Zielgruppe
GF kauft,
Office nutzt

Kaufentscheidung bei der Geschäftsführung, Hauptnutzung im Office Management

Quellen: VDR Geschäftsreiseanalyse 2025; Fortune Business Insights (2026).

Vier Erlösquellen, 926.400 € Umsatz im ersten Jahr

ErlösquelleModellMengePreisUmsatz Jahr 1
AbonnementBasisgebühr, bezahlt vom Unternehmen1.800288 € (24 €/Monat)518.400 €
Lizenzenpro reisender Person500120 € (10 €/Monat)60.000 €
ProvisionenAnteil an den Buchungskosten18.000Ø 6 € / Buchung108.000 €
Zusatz-Servicesz. B. SAP-Integration2012.000 €240.000 €
SummeBasis-Szenario926.400 €
Abo 56 %Lizenzen 6 %Provisionen 12 %Zusatz-Services 26 %

Kennzahlen in drei Szenarien

KennzahlWorst CaseBasisBest Case
Umsatz Jahr 1499.600 €926.400 €2.397.000 €
Gesamtumsatz2.721.863 €6.318.490 €21.413.349 €
Gesamtkosten2.574.346 €3.205.849 €6.356.884 €
NPV3.953 €2.477.076 €13.162.382 €
Wachstumsrate10 %30 %40 %
Amortisation4,2 Jahre0,9 Jahre0,7 Jahre
Anfangsinvestition
175.000 €

Basis-Szenario

Fixkosten
246.000 €

pro Jahr

Variable Kosten
302.736 €

im ersten Jahr, rund 42 % der Kosten in Jahr 1

Amortisation
11 Monate

im Basis-Szenario

05

Anforderungen: User Story Map & MVP-Scope

Die Erkenntnisse aus Test und Business Case haben wir in eine zentrale User Story übersetzt. Darunter hängen drei Rollen-Stories, die zusammen das System ergeben. So ist auch die größte offene Frage aus dem Test beantwortet: wer was darf.

Als Office-Managerin eines Unternehmens
möchte ich die Geschäfts- und Messereisen meines Teams in einem einzigen Tool planen, buchen, freigeben lassen und abrechnen, unterstützt von einem KI-Agenten,
damit ich zu Frühbucher-Preisen planen kann, trotzdem flexibel bleibe und Budget- sowie Compliance-Vorgaben automatisch eingehalten werden.
Entscheider · CEO

Kostenkontrolle ohne Tagesgeschäft

Gibt Reisen und Budgets sichtbar frei und erkennt Überschreitungen sofort.

Reisende

Handlungsfähig unterwegs

Reise, Tickets und Belege per Handy selbst verwalten. Bei Störungen kommt automatisch eine Alternative.

KI-Agent · System

Verwalten übernimmt der Agent

Bucht und überwacht Reisen, bucht um und ordnet Belege selbstständig zu.

Akzeptanzkriterium (Gherkin)

Szenario: Der KI-Agent schlägt eine vollständige, ressourcenoptimierte Reiseplanung vor.

Given
Ich lege eine Teamreise für fünf Reisende zur IAA im September an,
When
ich gebe Ziel, Zeitraum und Anlass an,
Then
schlägt der KI-Agent ein vollständiges Paket aus Hotel, Bahn/Flug und Messeticket vor,
And
der Vorschlag weist Gesamtpreis, CO₂-Wert und Policy-Konformität aus.
User Story Map mit den Epics Onboarding und Reisekostenabrechnung, Features, User Stories, Skelettprodukt und MVP-Scope

Epics entlang des Nutzerprozesses, darunter Features und User Stories, sortiert nach Business Value. Die Linien trennen Skelettprodukt und MVP-Scope.

06

Vom Tool zum Marktplatz

Der Business Case trägt, aber er zeigt auch seine Grenzen. Gut die Hälfte des Umsatzes kommt aus Abos. An der eigentlichen Buchung verdient das Tool im Schnitt 6 €. Im Worst Case liegt der NPV bei knapp 4.000 €. Und das dritte Kernproblem aus den Interviews, hohe Reise- und Hotelkosten, löst ein reines Zeitspar-Tool kaum: Bei Messen zahlt man den Spitzenpreis, egal wie effizient die Buchung war.

Die neue Frage

Was, wenn wir nicht nur die Buchung vereinfachen, sondern das Preisrisiko selbst übernehmen?

Früheinkauf

Tabby sichert früh feste Kontingente: bei Inventar, das volatil und spitzenpreisig, aber planbar ist (Messe-Hotels, Mobilität, Locations).

Risiko-Pooling

Auslastungs- und Preisrisiko werden über viele Mandate gebündelt. Die Schwankungen trägt der Pool, nicht der einzelne Kunde.

Späte Flexibilität

Teilnehmende und Zeiten bleiben bis kurz vor der Reise änderbar. Bei kritischen Änderungen optimiert der Agent neu.

Zwei Seiten, ein Mechanismus

Kunden (Office Management, Geschäftsführung, Reisende) bekommen einen planbaren Festpreis und volle Flexibilität. Partner (Hotels, Mobilität, Event-Anbieter) bekommen früh gesicherte, gebündelte Nachfrage statt Last-Minute-Hoffnung und behalten die Kontrolle über Konditionen und Marke.

Bewusst keine Zielgruppe

Selbstständige: Planer, Reisender und Budget-Owner sind dieselbe Person. Es gibt nichts zu delegieren, das Volumen ist winzig, ein ERP fehlt. Tabby ist ein Tool für Unternehmen mit getrennten Rollen.

Buyer Journey: eine Messereise nach München

Der Markt steigt zur Messe hin, der Preis für den Kunden bleibt gleich. Die Differenz bewirtschaftet der Pool (Beispielzahlen pro Nacht).

≈ 9 Monate vorher

Früheinkauf

110 €

Tabby kauft früh ein festes Zimmerkontingent ein, günstig, weil früh und in Menge.

Pool
≈ 4 Monate vorher

Festpreis-Buchung

150 €

Der Kunde bucht zum garantierten Festpreis, ohne Details festzulegen.

Kunde
Bis kurz vor der Reise

Flex-Fenster

150 €

Teilnehmende und Zeiten anpassen, ohne Umbuchungsgebühr.

Kunde
2 Tage vorher

Mitarbeiter krank

≈ 360–415 €

Marktpreis. Keine Stornogebühr, das Zimmer geht zurück in den Pool.

Kunde
Messetag

Wiederverkauf

415 €

Tabby verkauft das frei gewordene Zimmer zum Spitzenpreis: +305 € pro Nacht.

Pool

Daten: wo der Spread am größten ist

Die Hotel-Spitzen 2025 sind zugleich die Go-to-Market-Reihenfolge. Ideal für den Pool sind Märkte mit hohem Spike, die jedes Jahr wiederkehren und sich gut prognostizieren lassen. Sechs davon liegen im Heimatmarkt.

München
+200–400 %

Oktoberfest, IAA Mobility, bauma. Spitzen-ADR ~415 €, an Top-Nächten ~50 % der Hotels ausgebucht.

Düsseldorf
~77 % belegt

K, drupa, MEDICA. Zur K 2025 waren bis zu ~77 % der Hotels am Spitzentag nicht verfügbar.

Frankfurt
~73 % belegt

CPHI, Automechanika, Light+Building, Buchmesse: ein dicht getaktetes Messejahr.

Berlin
2–4× Rate

ITB, IFA. Zur ITB 92 % Auslastung.

Hannover · Köln
wiederkehrend

Hannover Messe, Gamescom, Anuga: verlässliche Großevents mit hohem Bettenbedarf.

Barcelona · Las Vegas
+80–400 %

MWC, CES. Internationale Referenz für später.

Haken bei der Beschaffung: Gerade in diesen Städten reservieren Hotels ihr Inventar in der Hochpreisphase oft exklusiv für offizielle Messe-Housing-Partner.

Worauf wir wetten und wo die Gefahr liegt

Der Wiederverkauf braucht beides gleichzeitig: ein frei gewordenes Zimmer und einen weiterhin heißen Markt. Tabby wettet auf einzelne, voneinander unabhängige Ausfälle, nicht auf eine Rezession.

Verlust · Gefahr

Viele Ausfälle, schwache Nachfrage

Rezession oder Insolvenzwelle: Viele Kontingente werden frei, aber niemand will sie. Das Kapital steckt in Zimmern, die keiner bucht.

Gewinn

Viele Ausfälle, Peak-Nachfrage

Einzelne Reisende fallen aus, während die Messe brummt. Das Zimmer geht zum Höchstpreis weg.

Dünne Marge

Wenige Ausfälle, schwache Nachfrage

Flauer Markt. Der Pool deckt seine Kosten, verdient aber kaum.

Der Knackpunkt ist die Korrelation. Der Pool ist nur robust, wenn Ausfälle nicht mit der Marktnachfrage zusammenhängen. Ein dominanter Kunde, eine einzelne Messe oder eine einzelne Branche koppelt beides, und man landet im roten Quadranten. Die gesamte Marge hängt deshalb an der Prognosegüte der Pricing-Engine. Sie ist der eigentliche Burggraben, nicht die Oberfläche.

Ausblick-Szenario

Ein Ankerkunde mit Gruppenreisen.

Zum Abschluss der Präsentation haben wir das Modell an einem Enterprise-Szenario durchgespielt: dem DFB-Reisebüro als möglichem Erstkunden mit rund 18.000 Reisenden, über 1.400 Mannschaftsreisen pro Jahr und mehr als 140 Reisezielen. Dafür kommen Mandantenfähigkeit, Gruppenreisen als Grundobjekt, eine Kontingent-Engine, SAP/ERP- und Bahn-Anbindung sowie Traveler-Tracking für den Krisenfall dazu.

GMV Jahr 1
25,4 Mio. €

Buchungsvolumen über die Plattform

Deckungsbeitrag
≈ 4,3 Mio. €

pro Jahr

Break-even
~6 Monate

im Szenario

NPV · 4 Jahre
+9,8 Mio. €

bei 12 % Diskontierung

Architekturentscheidungen, Entwicklungs-Roadmap in vier Phasen und offen benannte Risiken für das Enterprise-Szenario

Auch die Risiken sind offen benannt: die Falle der Individualsoftware, die Ressourcenbindung durch einen einzelnen Ankerkunden und der Konflikt zwischen Traveler-Tracking und dem Versprechen, Mitarbeitende nicht zu tracken.

Klickbarer Prototyp

Tabby ausprobieren.

Der Prototyp läuft auf einer eigenen Adresse: das Office-Dashboard mit Wallet, Anlässen und Reiseplanung, dazu die Herleitung als interaktive Seiten. Dort gibt es den Erlös-Kalkulator mit Fallrechnungen, die Daten-Seite, Personas, die man befragen kann, und die Systemarchitektur samt Roadmap.

Prototyp öffnen ↗ tabby.peter-spiegel.com · ausgelegt für Desktop (1366 px)
Tabby-Prototyp: Office-Dashboard mit anstehenden Reisen, Budget-Ampeln und Agenten-Vorschlägen
Reflexion

Was ich mitnehme.

Der Business Case ist ein Erkenntniswerkzeug

Ich hatte ihn als Pflichtteil der Prüfung gesehen. Tatsächlich hat er die wichtigste Frage des Projekts gestellt: Woran verdient das Produkt, und welches Kundenproblem bleibt dabei liegen?

„Wer darf was?“ ist eine Produktfrage

Die meisten Haftzettel im Test betrafen keine Pixel, sondern Rollen. Bei B2B-Tools mit mehreren Beteiligten muss das Rechtemodell vor dem Interface stehen.

Risiko benennen statt verstecken

Das Marktplatz-Modell lebt von einer Wette. Erst als ich klar aufgeschrieben hatte, wann sie verliert, ließ sich das Modell ehrlich verteidigen.

Mit KI vom Konzept zum Prototyp

Den Prototyp, die Kalkulatoren und die Personas habe ich mit KI gebaut. So ließ sich jede Hypothese als klickbare Seite prüfen, statt sie in Folien zu beschreiben.

Wenn ich es noch einmal machen würde
„Ich würde die Hotel- und Mobilitätsanbieter schon in der Verstehen-Phase interviewen. Die zweite Seite des Marktplatzes kam erst über die Zahlen ins Spiel und ist bis heute die am wenigsten validierte.“
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